Jetzt braucht es ein starkes Zeichen der Solidarität!

(aus der Pressemitteilung der Evang.-Luth. Kirche in Bayern vom 10.10.19 anlässlich des Attentats von Halle)

Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, Sprecher des Bayerischen Bündnisses für Toleranz:„Wir gedenken der Opfer des Gewalttäters von Halle, die an der Synagoge und an dem Döner-Imbiss ihr Leben verloren haben. Wir stehen an der Seite der Jüdinnen und Juden in Deutschland. An ihrem höchsten Feiertag sind sie Ziel eines brutalen Terroranschlags geworden. Nur durch die Geistesgegenwart der Menschen, die in der Synagoge von Halle versammelt waren, ist noch Schlimmeres verhindert worden.“

Das Plenum des „Bayerischen Bündnis für Toleranz – Demokratie und Menschenwürde schützen“ ruft auf: „Schauen Sie hin und widersprechen Sie, wo immer antisemitische oder rassistische Vorurteile verbreitet und Hass geschürt werden. Der brutale Terror beginnt im Kleinen. Überall, wo im Alltag antisemitische Reden hingenommen werden, wird der Nährboden für die Haltungen gefördert, die am Ende bis hin zur Gewalttätigkeit führen können. Jetzt sind alle gefordert, jeder und jede Einzelne. Jetzt braucht es ein starkes Zeichen der Solidarität!“

Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm betont: „Anlässe wie dieser machen deutlich, warum es ein entschiedenes Vorgehen gegen Antisemitismus und Rassismus braucht.“ Der Anschlag in Halle führe den Gründungsanlass des Bündnisses wieder vor Augen: Es wurde als Nachhall auf das vereitelte Attentat bei der Grundsteinlegung der Münchner Synagoge 2003 ins Leben gerufen. Der Dank des Bündnisses richtet sich an die bayerischen Sicherheitsbehörden, die Sorge dafür getragen haben, dass die Feierlichkeiten zu Jom Kippur in Bayern in Sicherheit stattfinden konnten.

Das Bayerische Bündnis für Toleranz tritt für Toleranz sowie den Schutz von Demokratie und Menschenwürde ein und fördert diese Werte. Rechtsextremismus, Antisemitismus und Rassismus, die den Einzelnen, die Gesellschaft und den Staat bedrohen, setzt das Bayerische Bündnis für Toleranz durch diese Werte etwas Positives entgegen. Die Mitgliedsorganisationen des Bayerischen Bündnisses für Toleranz bekämpfen rechtsextreme, antisemitische und rassistische Einstellungen, Haltungen und Handlungen, nicht aber die Menschen, die hinter diesem Gedankengut und diesen Aktivitäten stehen.

Zu den 76 Mitgliedern gehören neben der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern und dem Erzbistum München und Freising u.a. der Landesverband der Israelitischen Kultusgemeinden in Bayern, die Israelitische Kultusgemeinde München und Oberbayern, der Bayerische Landtag, der Bayerische Rundfunk, die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft und der DGB Bayern. Sprecher des Bündnisses ist der bayerische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm.