Kirchenasyl - Strafbefehl gegen Pfarrer

Nun ist also erstmals der Fall eingetreten, dass ein Pfarrer in Bayern für ein Kirchenasyl Strafe zahlen soll.

Am 18. Juli ist der Strafbefehl bei Pfarrer Ulrich Gampert in Immenstadt eingegangen. Die Kollegen und Kolleginnen, eine ganze Reihe engagierter Gemeindeglieder und auch Nicht-Gemeindeglieder solidarisieren sich bereits mit der Kirchengemeinde Immenstadt.

In Bayern ist es das erste Mal zu einem Strafbefehl gekommen. Das Dekanat überlegt sich Schritte, wie darauf reagiert werden kann, denn im Grunde steht nicht Pfarrer Gampert, sondern das Kirchenasyl selbst zur Diskussion. Erfüllt es den Tatbestand einer "Beihilfe zu unerlaubtem Aufenthalt" oder ist es ein Zeitgewinn für die nochmalige Prüfung des Asylverfahrens unter humanitären Gesichtspunkten? Letzteres jedenfalls ist unser dekanatlicher Standpunkt.

Unbestritten ist auch, dass das Kirchenasyl in der Sache wesentlich älter ist als das Christentum. Die Praxis, an sakralen Orten Zuflucht zu gewähren, reicht bis in die vorchristliche Antike zurück und ist als "Heiligtumsasyl" nahezu allen Kulturen bekannt.

Zu unserem Fall gibt es einen gelungenen Artikel aus der Allgäuer Zeitung. Er kann hier eingesehen bzw. heruntergeladen werden.