Nachruf

Der ehemalige Dekan unseres Dekanatsbezirks Kempten/Allgäu, Johannes Scholz, ist im Alter von 88 Jahren verstorben. Seine beiden letzten Lebensjahre verbrachte er mit seiner Frau Elisabeth in einem Seniorenheim in Schrobenhausen. Das Paar hat drei Töchter.

Dekan i.R. Johannes Scholz
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Johanes Scholz war Dekan im Allgäu von 1973 bis 1997 und stellte in seiner Amtszeit bedeutende Weichen. So war er eine treibende Kraft für den Zusammenschluss mehrerer evangelischer Vereine unter dem Namen Diakonisches Werk/Johannisverein Kempten. Unter seiner Regie entstand in Kempten das neue Gemeindehaus in der Reichsstraße, er pflegte eine gute Ökumene und beförderte die Regionalisierung unseres Flächendekanats lange bevor dies in der Evang.-Luth. Landeskirche Standard wurde.  Auch die Partnerschaft mit der Nord-Zentral-Diözese in Tansania fällt in seine Amtszeit. Dabei hat es sich die Entscheidung, gezielt die Evangelistenausbildung in Oldonyo Sambu zu unterstützen als außerordentlich klug erwiesen.

Johannes Scholz galt als ein ruhiger und ausgeglichener Seelsorger. Nach seinen ersten Stationen (1957 Stadtvikar in Nürnberg St. Jobst und Pfarrer in Gestungshausen) wurde er 1967 „Theologischer Hilfsreferent" in der Schulabteilung des Landeskirchenamtes, bevor er als Dekan und 1. Pfarrer der St.-Mang-Kirche nach Kempten wechselte. Zeitweise war er als stellvertretender Kreisdekan (heute Regionalbischof) und Mitglied der Landessynode tätig. Viele aufgeschlossene Menschen, sagte Scholz vor Jahren, hätten ihn als Dekan eines der flächengrößten Dekanate der bayerischen Landeskirche begleitet. Dazu gehörte besonders seine Frau Elisabeth, aber auch Freunde aus Jugendtagen in Bayreuth, wie Pfarrer Erich Heil. Der hatte sich damals auf die zweite Pfarrstelle an der St.- Mang-Kirche beworben, die Dekan Scholz einrichten ließ. Seinen Ruhestand erlebte der Alt-Dekan als eine „große, kostbare Zugabe". Er blickte immer wieder dankbar auf seinen Lebens- und Glaubensweg zurück. Er habe viel Bewahrung erleben dürfen, sagte er einmal anlässlich seines 80sten Geburtstags, und ein Bibelwort habe ihn stets treu begleitet: „Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege“. (Ps 119, 105).

Nun ist dieser Weg für Johannes Scholz hier zu Ende gegangen und wir vertrauen ihn, seine Witwe und die ganze Familie der Liebe Gottes an. Möge er nun mit Freude sehen, was er ein Leben lang geglaubt hat.